"S'Gred" , meine bayerische Komödie in drei Akten,
             wird ab sofort im Programm des Marianne Terplan Theaterverlags geführt!
                          Nähere Infos unter www.mttheaterverlag.de



Im März 2008 habe ich mein erstes bayerisches Theaterstück fertig gestellt. Dieses trägt den Titel

"S' Gred"

und ist eine bayerische Komödie in drei Akten.

Ich habe in diesem Stück versucht, eine Mischung zwischen bayerischem Humor, hintergründigem Witz und kritischer Gesellschaftsbetrachtung zu erreichen, die einerseits unterhaltsam für die Zuschauer ist, ihnen aber andererseits auch ein klein wenig zu denken gibt und den Spiegel vorhält.




Die Geschichte:

Im 100-Seelen-Dorf Breiming ist die Welt noch in Ordnung, zumindest soll das so sein. Die erzkatholischen Bewohner leben im strengen Glauben an Sitte und Anstand und sind auch dem Aberglauben alles andere als abgeneigt. "Des g'hört si net", "Des is die Straf' für a Sünd" und "Wos da d' Leit woi sogn" sind die wohl am häufigst gebrauchten Redewendungen in der Bevölkerung. Ganz klar, dass da ein sichtlich mit schwacher Konstitution und großen Gebrechen gezeichnetes Kind nicht in das Bild der frommen Lebensweise passt und als Strafe Gottes angesehen wird. Doch nicht alles, was man für schwach hält, muss sich später auch als solches herausstellen...






Fragen und Informationen zur bayerischen Komödie "S' Gred" und Bestellung eines Ansichtsexemplares für Theatergruppen und Privatpersonen unter info@h-pschneider.de oder einfach die Anfrage ins Gästebuch schreiben.





Auszug aus dem 1. Bild des 1. Aktes (Die Jahreszeiten wechseln im ersten Akt, hier ist es gerade Weihnachten):

1. Szene

Zenz, Res, Poidl, Burgl

(Zwei Dorfratschen kommen aus der Christmette)

Zenz: Mei, heit hat er's wieda schee g'macht unser Herr Pfarrer. Mei reden kann der, reden, eine wahre Schau is des.

Res: Da sagst wos, Zenz, die Predigten san halt oafach zum dahinschmelzen.

Poidl (der schon vorher von der Seite her zugehört hat): Etz duat's no grad a so, als ob's ihr die Predigt verstanden hätt's.

Res: Sog a mal, Poidl, wos foit denn dir ein, du ausg'schamta Gloser?!?

Poidl : Na, na, na, Res, reiß di zam, was hoaßt da ‚ausg'schamta Gloser', tststs?!? Außerdem, wenn's mi oiden Gloser net gebn dad, dann waa dei Leben nur no hoib so schee, weil's koane Fensterscheibn mehr gabad, durch die'sd durchschaun konnst…

Res: Des is ja woi die Höhe.

Poidl: …zum Leid ausspionieren, du neigierige Werkdogsrudschn.

Zenz: Geh, Res, lass di net ärgern. Außerdem is Gloser für den Dreckbär a vü zu guade Bezeichnung. A dreckada Schmie is, der's net wert is, mit uns Damen zu reden.

Poidl: Ja, a Schmie bin i aa, Zenz. Aba reiß die a bissl zam. Sonst gib i deim Oiden des nädschde moi wirklich, wos er vo mir dreckadem Schmie wü.

Zenz: Was soll denn mei Oida vo dir g'wollt ham?

Poidl: A groaße Zanga wollt er, damit er dir dei Guargl umdrahn ko.

Zenz: Ja des is ja woi des letzte…

Poidl: Des hob i zu eam a g'sagt, des is des des letzte, hob i zu eam g'sagt, des letzte wos i macha dat, also naa, Gurgl umdrahn, naa. Gib ihr a Gift, hob i g'sagt, dann merkt's koana.

Zenz und Res (schnappen sichtlich nach Luft)

Zenz: Varecka sollst, du, du…

Poidl: Ja, über dei Varecka dat si dei Mo scho wirklich gfreia, aber für di dann deswegn ins G'fängnis geh, des muass ja dann aa net sei.

Res: Jetz vaschwind, Poidl, sunscht werd i narrat.

Poidl: Naa, naa, um Gottes Willn, net narrat werdn, des reicht scho, dass'd dein Mo in Wahnsinn triebn hast. Aba er versuacht ja den Wahnsinn durch reichlich Bier zum vabergen. Guad, guad, i geh scho, denkt's dro:
Egal ob Gloser, Schäffla oda Schmie
Da Poidl hat's richtige für di.
Brauchst an Boda, ist's net schwer,
Da Poidl hat die richt'ge Scher.
Und is dei Oide dir zu alt,
macht Poidl sie für di gern…
(grinsend) … denkt's mal drüber nach, ihr schiachen Quadradradschn. (Ab)

Zenz (um Normalität bemüht): A Unverschämtheit, dieser Mo. Und des am Heiligen Abend, wo doch Friede und Freid herrschn sollt. Koan Anstand.

Res: Aba scho glei überhaupts koan Anstand, der ausgschamde Glasschermviertla.

Burgl (kommt rein, freundliche junge Frau, sehr nobel gekleidet): Griaß eich.

Res und Zenz (übertrieben freundlich schleimerisch): Griaß de, Burgl.

Burgl: I wünsch eich frohe Weihnachten.

Res: Dir aa frohe Weihnachten, Burgl. Mei guad schaust aus und so an deira Umhang, hast dir zu Weihnachten wieda wos scheens g'leistet.

Zenz: Ja, dei Wirtschaft lafft, Mühlbauere, gell, da sorgn unsare Männer scho dafür.

Burgl: Des is da Umhang vo meina Großmuada, den hat's mir vaerbt. Oiso dann, mir sehng uns, i wünsch eich wunderscheene Feierdog und a friedliche Zeit.

Res und Zenz: Dir a Burgl, genieß die Zeit, du hast's dir vadient. (Burgl ab; die zwei anderen legen sofort den Schalter von übertrieben freundlich zu bitterböse um)

Res: Schau sie net o, an nagelneia Umhang hat's rum und erzählt uns wos vo Erbstück.

Zenz: Ja, so a falschs Luada, als ob mir bleed waan, ha?!? Wahrscheinlich ham unsere Männer der ihr ganz nei's G'wand alloa finanziert. Und dann grinsts aa no so ausgschamd dazua.

Res: Grinsen duad die eh die ganze Zeit, i mog goar net wissen, wos die unter ihrm freindlichen G'sicht so ois vabirgt.

Zenz: Vor allem san sie und da Lenz jetz scho sechs Joahr vaheirat und ham imma no koa Kind.

Res: Wahrscheinlich ham's koa Zeit dafür, weil's heimlich lauter andare Beschäftigunga ham.

Zenz: Da sogst wos, aber jeden Sunndog imma recht scheinheilig vorne in'd Kirch neihocka.

Res: Des hob i scho g'sagt, bevor die zwoa g'heirat ham, dass die g'schlambade Dirn vom Nachbardorf des nur auf'n Lenz sei Goid abg'sehng g'habt hod. Und der Lenz lasst si vo dera so beeinflussen.

Zenz: Und des bei uns im Dorf, gell! Da derf ma goar net weida drüber nochdenka. Aba oans sog i dir, irgendwann werdn's die Rechnung kriagn für ihr ausgschamts Lebn, da Herrgott siehgt des ois.

Res: Da hast recht, da derf ma wirklich net weida drüber nochdenka. Schließlich is heit Weihnachten und mir genga jetzad hoam, wenigstens herrscht bei uns Friede und Ehrlichkeit.

Zenz: Da sogst wos, frohe Weihnachten, Res.

Res: Frohe Weihnachten, Zenz.